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Wie kann ich als Jude unter Nichtjuden leben?


Frage?

Als einziger Jude meiner Klasse kämpfe ich um einen Ausgleich zwischen der Beibehaltung meiner jüdischen Identität und guten Beziehungen zu meinen nichtjüdischen Mitschülern. Wie kann ich als Jude in einem nichtjüdischem Umfeld die richtige Einstellung dazu finden?

Antwort!

Auf diese Frage gibt es viele Antworten, aber lass uns die Antwort in Anbetracht, dass wir gerade Chanukka feierten, so formulieren:

In der Geschichte von Chanukka spielt Öl eine zentrale Rolle. Doch worin besteht diese besondere Stellung des Öls im Judentum?

Öl ist eine Substanz mit zwei sehr gegensätzlichen Eigenschaften: Einerseits hat es die Eigenschaft, immer an der Oberfläche zu schwimmen. Öl lässt sich deshalb auch nicht mit anderen Flüssigkeiten mischen, weil es sich immer von ihnen trennen und absondern wird.

Andererseits durchdringt das Öl andere Materien komplett. Ölflecken lassen sich deshalb so schwer entfernen, weil das andere Material das Öl sofort in sich aufsaugt.

Wir sehen also, Öl hat die Eigenschaft, sich selbst zwar abzusondern, gleichzeitig aber auch in die ihm ausgesetzten Materien einzudringen. Probier es aus!

Das Volk der Juden können wir mit dem Öl vergleichen: Da wir anders als alle anderen Völker sind, müssen wir unsere einzigartige Identität wertschätzen und voller Stolz darauf bedacht sein, sowohl als Juden erkannt zu werden, als auch als solche handeln zu können.

Wir sind das Volk, das sich in seiner langen Geschichte niemals assimilierte. Denn das Volk, das heute lebt, ist genau das gleiche, wie vor dreieinhalbtausend Jahren.

Wie aber sehen Außenstehende diese Tatsache? Erbring als Jude selbst den Beweis und Du wirst es erleben: Nichtjuden respektieren Juden, sobald diese Selbstrespekt und Selbstvertrauen gegenüber ihrer Jüdischkeit besitzen.

Schämen sich jedoch Juden Ihres Jude-Seins, so werden auch die Nichtjuden beginnen, sich für ihren Umgang mit Juden zu schämen.

Gleichzeitig müssen wir uns frei unter den Völkern der Welt bewegen. Ein Volk wie das Jüdische darf sich eben nicht auf Israel und einige Teile von Brooklyn / New York beschränken. Denn wir Juden haben die einzigartige Aufgabe, ein „Licht für die Völker“ zu sein. Wir alle sind Botschafter von G’tt, der uns den Auftrag gab, Heiligkeit und Güte zu den Menschen zu bringen. Wir sind die Vorbilder, deren guten Taten auf die Menschen, mit denen wir zusammen leben, abfärben sollen.

Versuch das beste Öl als Jude in einem nichtjüdischem Umfeld zu sein, und du wirst die richtige Einstellung finden und sehr weit vordringen!

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von Yisroel Cotlar
Rabbi Yisroel Cotlar ist ein Chabad Rabbiner in Cary, North Carolina. Er gehört dem Chabad.org Ask the Rabbi Team an.

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Leserkommentare
neueste Kommentare:
Geschrieben: Jan 25, 2009
wie kann ich...
Danke Rebbe
So ist es, damit haben Sie auch auf vielen, nicht gestellten Fragen, Antwort gegeben. Danke
Geschrieben von: Anonym, München, Germany
via: chabadgermany.com



 


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