HOME | SPENDEN | FRAG DEN RABBI | KONTAKT
 
Jüdische.Info - Tora, Judentum und jüdische Info Feiertage
Jüdische.Info » Feiertage » Pessach » Betrachtungen » Zum Wesen von Pessach
  Einführung   Anleitung   Der Seder   Einblicke   Betrachtungen   Leichte Kost   Audio
DruckenDiese Seite an einen Freund schickendies teilen
KommentarKommentar

Zum Wesen von Pessach


Dieser Schabbat ist, "Schabbat Haggadol", "Große Schabbat"; an ihm wird das Kommen des Pessachfestes angekündigt.

In Bezug auf Pessach wird von uns verlangt, dass frühzeitig genaueste Vorbereitungen im jüdischen Hause getroffen werden, um es für dieses große Fest in angebrachter Weise auszurichten. Es sind jedoch nicht allein äußerliche Vorbereitungen, die von uns gefordert werden, sondern ebenso sollen wir innerlich darauf "abgestimmt" sein – denn im Leben des Juden ist das Physische mit dem Geistigen engstens verbunden, besonders im Zusammenhang mit Schabbat und den Festtagen.

Pessach ist das Fest der Erinnerung an die Befreiung des jüdischen Volkes aus der ägyptischen Versklavung und, dazu gehörig, der Erlösung aus dem ägyptischen System als solchem, aus einer unjüdischen Lebensweise, aus dem "Abscheu von Ägypten", den wir absolut ablehnen. Auf diese Weise feiern wir unsere körperliche Befreiung gleichzeitig mit der spirituellen Erlösung. Tatsächlich ist die eine ohne die andere nicht möglich. Es kann keine wahre Freiheit geben, es sei denn, die Vorschriften der Tora werden als gültig anerkannt, so wie sie unser tägliches Leben bestimmen; eine reine und geheiligte Lebensweise bringt letzten Endes allein wahre Freiheit mit sich.

Es heißt: "In jedem Zeitalter soll sich jeder Jude so betrachten, als sei er selbst aus Ägypten befreit worden". Das besagt doch, dass die "Botschaft" von Pessach für jeden Juden immer aktuell ist. Die Pessach-Geschichte ist der historische Bericht der speziellen G-ttlichen Vorsehung, durch die allein das Geschick unseres Volkes bestimmt wird. Was um uns herum in der Welt vorgeht, muss uns nicht immer und nicht notwendigerweise berühren; uns könnten, G-tt behüte, Leiden zuteil werden, während es den anderen gut geht, und umgekehrt könnten wir in Sicherheit leben, obwohl sich anderswo Katastrophen ereignen. Die Erzählung über unsere Versklavung und Befreiung, von der Pessach Zeugnis ablegt, illustriert diese Tatsache nur zu deutlich. Denn das Geschick unseres Volkes hängt von seiner Treue zu G-tt und Seiner Tora ab.

Noch einen weiteren wichtigen Aspekt müssen wir stets im Auge behalten. Wenn wir dieses Freiheitsfest begehen, dann muss damit die Vorschrift verbunden sein: "Du sollst es deinem Kinde erzählen". Die Einrichtung sowohl wie der Bestand des jüdischen Hauses, genauso wie des jüdischen Volkes als Ganzem, hängt von der Erziehung der jungen Generation ab, der Knaben wie der Mädchen – des "weisen" wie des (vorübergehend) "bösen", des "einfältigen" sowie des Kindes, "das noch nicht zu fragen versteht". Wie wir unserer Verantwortung dem Kinde gegenüber nicht mit der Entschuldigung entgehen können, die da lautet: "Mein Kind ist klug, es wird seinen Weg auch so in der Welt finden und meine Erziehung braucht es daher nicht", so darf man auf der anderen Seite auch nicht verzagen, indem man denkt: "Dieses Kind ist böse, und keine Erziehung kann da etwas erreichen". Vielmehr sind alle jüdischen Kinder, Knaben und Mädchen, "G-ttes Kinder", und es ist unsere heilige Pflicht, daraufhin einzuwirken, dass sie alle dieser Benennung würdig sind; dieses können wir nur mit Hilfe einer wahrhaft jüdischen Erziehung erreichen, in vollkommenem Festhalten an G-ttes Tora.

Dann werden wir alle das Verdienst haben, dass unsere innige Hoffnung in Erfüllung geht: "Im nächsten Jahre mögen wir frei sein; im nächsten Jahre in Jerusalem".

DruckenDiese Seite an einen Freund schickendies teilen
KommentarKommentar

von Dr. William Stern
Nach den Werken von Rabbi Menachem M. Schneerson. Herausgegeben von der Lubavitch Foundation, London unter dem Titel "Betrachtung für die Woche".

Dr. Stern arbeitete als Lehrer in Manchester, später in London. Er verstarb am ersten Tag von Chanukka im Jahre 5756 (1995). Der Rebbe persönlich beauftragte Dr. Stern Anfang der 1970-iger Jahre mit der Übersetzung der "Thought for the Week" von Rabbi Yitzhak Meir Kagan. Dr. Stern lehnte zunächst mit der Bemerkung ab, dass "Deutschland eine spirituelle Wüste sei". Der Rebbe antwortete ihm: "Aber die Tora wurde in der Wüste gegeben!"

Die Rechte am Inhalt dieser Seite liegen beim Autor, Verleger und/oder Chabad.org und werden von unserem Content-Partner, Chabad.org produziert. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie ihn gerne weiter verbreiten, vorausgesetzt, Sie halten sich an die Copyright Bestimmungen.
 



 


Betrachtungen
Erweitern Der Rebbe
Der Rebbe
Das Frühlingsfest
Es ist niemals zu spät
Freiheit als Gewissheit
Hochmut und Demut
Individuelle Freiheit
Nissan ist wichtiger Anfang
Der fünfte Sohn
Zum Wesen von Pessach
Die "Kleinigkeiten"
Der Weise und der Böse