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Der Monat Tischrei


Das nunmehr herannahende Ende der "Herbstfeiertage" gibt Anlass, auf den ganzen, unter mannigfaltigen Vorzeichen stehenden Monat Tischrei zurückzublicken, in welchem jede Nuance des jüdischen Lebens zum Ausdruck kommt: ernste Tage, Fasttage und freudige Tage. Es ist kein Zufall, dass dieser erste Monat des Jahres "Muster" jeder Schattierung des jüdischen Lebens enthält, denn dieses "Muster" dienen als eine Einführung und Anleitung für das ganze Jahr. Indem wir die besonderen Tage des Tischrei in dem ihnen angebrachten Geiste begehen, werden wir für das kommende Jahr in eine wahrhaft jüdische Lebensweise eingeführt, dem Geiste der Tora getreu.

Was denn kann von diesen speziellen Tagen des Monats Tischrei abgeleitet werden?

1. Rosch Haschana ist der Kalendertag, an dem Adam, der erste Mensch, G-ttes Herrschaft über die Schöpfung proklamierte. Wenn immer wir etwas im Leben unternehmen, müssen wir uns bewusst bleiben, dass G-tt der Schöpfer von Himmel und Erde und der alleinige Herrscher über die Welt ist, und dass all unser Bestreben Seiner Billigung bedarf. Dies wird noch weiter betont durch ...

2. Die Zehn Bußtage, die uns daran erinnern, dass wir als Diener des Königs all unser Tun so kontrollieren müssen, dass es den Wünschen unseres Herrn entspricht. Da wir jedoch nur schwache Menschen sind, sind wir in Gefahr, manchmal zu versagen. Deshalb gab G-tt uns ...

3. Jom Kippur, um uns mit Bestimmtheit klar zu machen, dass es zur Umkehrung nie zu spät ist, vorausgesetzt dass wir ehrlich dabei sind und wirkliche Reue fühlen, die Sünden der Vergangenheit als solche verwerfen und uns fest vornehmen, unsere Zukunft besser zu gestalten. Ein derart ausgerichteter und fester Vorsatz unsererseits hat zur Folge, dass G-tt uns vergibt und uns von Sünden rein spricht. Obwohl es vielleicht schwer erscheinen mag, alte Gepflogenheiten zu ändern, und uns einer ungewohnten Disziplin zu unterwerfen, so haben wir doch eine Hilfe dabei, nämlich ...

4. Sukkot, das uns lehrt, auch in schwierigen Lagen nicht zu verzweifeln, denn G-tt ist unser Schutz. Die Sukka versinnbildlicht die schützende Wolkensäule, mit der Er uns während der vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste umgab, nach dem Auszuge aus Ägypten. Und schließlich: Damit wir wissen, wie denn wir unser Leben im Einklang mit G-ttes Willen zu führen haben, haben wir ...

5. Schmini Azeret und Simchat Tora, die beiden Feste, an denen wir uns mit der Tora freuen. In der Tora gab G-tt uns Satzungen von Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit als eine echte Anleitung für das Leben. Wenn wir uns demgemäß verhalten, können wir versichert sein, dass uns in jeder Hinsicht wahrhafte Glückseligkeit zuteil wird. Die Tora ist ein "Baum des Lebens für diejenigen, die an ihr festhalten, und ihre Anhänger sind glücklich".

Dies sind, in kurzen Worten, einige der Lehren von Tischrei. Wenn wir sie getreu befolgen, wird das Neue Jahr für uns gut sein, sowohl auf materiellem wie auf ideellem Gebiete, und der Segenswunsch, den wir uns gegenseitig geben, LeSchana Towa tikatew wetechatem - "Mögest du für ein gutes Jahr eingeschrieben und besiegelt werden" –, wird sicherlich seine Erfüllung finden.

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von Dr. William Stern
Nach den Werken von Rabbi Menachem M. Schneerson. Herausgegeben von der Lubavitch Foundation, London unter dem Titel "Betrachtung für die Woche".

Dr. Stern arbeitete als Lehrer in Manchester, später in London. Er verstarb am ersten Tag von Chanukka im Jahre 5756 (1995). Der Rebbe persönlich beauftragte Dr. Stern Anfang der 1970-iger Jahre mit der Übersetzung der "Thought for the Week" von Rabbi Yitzhak Meir Kagan. Dr. Stern lehnte zunächst mit der Bemerkung ab, dass "Deutschland eine spirituelle Wüste sei". Der Rebbe antwortete ihm: "Aber die Tora wurde in der Wüste gegeben!"

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