HOME | SPENDEN | FRAG DEN RABBI | KONTAKT
 
Jüdische.Info - Tora, Judentum und jüdische Info Parascha
Jüdische.Info » Parascha » Alle Paraschiot » Schmot » Jitro » Ist er gut zu seiner Mutter?
  Bereschit   Schmot   Wajikra   Bamidbar   Dwarim
DruckenDiese Seite an einen Freund schickendies teilen
Kommentar4 Kommentare

Ist er gut zu seiner Mutter?


Jemand rief mich an und erkundigte sich unauffällig nach einem Jungen, mit dem seine Tochter ausging. Ich beantwortete alle Fragen über die Familie und ihre Religiosität, über seine Bildung und seinen Charakter. Dann überraschte mich die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem jungen Mann und seinen Eltern. Ich dachte: Warum ist das wichtig? Was sagt uns das über einen Menschen? In Szenen, die an den Exodus erinnern, werden wir uns in dieser Woche erheben und die Zehn Gebote sprechen und damit die Tora erneut annehmen. Als alle Juden am Fuße des Berges Sinai standen, verkündete G-tt zuerst diese Zehn Gebote, bevor er seinem Volk eine dauerhafte Erinnerung daran in Form von zwei Steintafeln überreichte.

Wenn wir diese zwei Tafeln näher betrachten, betreffen die fünf Gebote auf der Ersten unser Verhältnis zu G-tt:

1. Glaube an mich.
2. Habe keinen anderen G-tt neben mir.
3. Sprich meinen Namen nicht leichtfertig aus.
4. Halte meinen Schabbat ein.
5. ?

Auf der zweiten Tafel geht es um das zwischenmenschliche Verhalten:

1. Morde nicht.
2. Brich nicht die Ehe.
3. Stehle nicht.
4. Verbreite keine Gerüchte.
5. Begehre nicht, was anderen gehört.

Aber was ist mit Nummer 5: „Ehre deine Eltern?“ Wie passt das in den Kontext? Ehre ich meine Eltern als Teil meines Versprechens, ein frommes Leben zu führen, oder ehre ich sie wegen ihrer Bemühungen um mich? Im letzteren Fall würde das Gebot eher auf die zweite Tafel passen.

Einmal beschrieb ein Comedian seine Gefühle, als er endlich Kinder hatte: „Ich hatte weniger Lust, mich mit Narren abzugeben. Irgendwie brauchte ich das nicht mehr, denn jetzt konnte ich selbst Kinder machen.“

Ganz richtig ist das nicht, weil Eltern allein keine Kinder machen – sie teilen dieses Vorrecht mit G-tt. Und von den drei Partnern, die an dem Wunder namens Empfängnis beteiligt sind, ist G-tt bei weitem der wichtigste.

Wenn ein Paar beschließt, Kinder zu haben, lädt es schöpferische g-ttliche Fähigkeit zu sich ins Leben ein. Und weil die beiden einen Funken G-ttlichkeit, Seele genannt, in den fruchtbaren Boden dieser materiellen Welt säen wollen, eifern sie G-tt nach.

Ein Kind, das seine Eltern liebt und achtet, drückt damit gewiss Dankbarkeit dafür aus, dass sie es aufgezogen haben; aber noch wichtiger ist ein anderer Aspekt: Indem es seinen Eltern und deren Entscheidung, G-ttes Partner bei der Schöpfung zu sein, dankt, ehrt es zugleich deren Partner: G-tt. Das ist der Grund, warum dieses Gebot auf der ersten Tafel stand.

DruckenDiese Seite an einen Freund schickendies teilen
Kommentar4 Kommentare

von Elisha Greenbaum
Rabbi Elisha Greenbaum ist der spirituelle Leiter der Moorabbin Hebrew Gemeinde und Kodirektor von L'Chaim in Moorabbin, Victoria, Australien.

Die Rechte am Inhalt dieser Seite liegen beim Autor, Verleger und/oder Chabad.org und werden von unserem Content-Partner, Chabad.org produziert. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie ihn gerne weiter verbreiten, vorausgesetzt, Sie halten sich an die Copyright Bestimmungen.
 

Leserkommentare
neueste Kommentare:
Geschrieben: Feb 14, 2009
Wenn die Mutter ihre Erziehung vernachlaessigt, sich nicht gut genug um ihr Kind kuemmert und es dadurch einen sehr schweren Lebensweg gehen muss, selbst dann kann sich spaeter noch ein sehr gutes Verhaeltnis einstellen.
Manchmal hilft Distanz mehr als staendige Naehe.
Geschrieben von: Marc, Berlin, Deutschland

Geschrieben: Feb 13, 2009
sag ich doch, so sieht es aus. wenn die mutter oder die eltern gut zu ihm waren, wird er auch gut sein - normalerweise.

wenn nicht - ist irgendwas schiefgelaufen. kein kind wird mit dem teufel im leib geboren. gut und böse formt sich später - durch die eltern und die umstände. g-tt meint es immer gut. der macht nix falsch.
Geschrieben von: Michaela, Wiesbaden, Deutschland
via: chabad-haus.de

Geschrieben: Feb 13, 2009
Das Kind ist allein verantwortlich für sein Tun. Und nicht G-tt und auch nicht die Eltern!
Es sei denn die Eltern haben ihrerseits die Aufsichtspflicht verletzt und ohne Liebe gehandelt. Sprich ohne G-tt.
Geschrieben von: Anonym, Bebra, Deutschland

Geschrieben: Feb 9, 2009
die frage ist wohl eher, ob die mutter gut genug zu ihm ist ...

kann ein unschuldiges, reines kind nicht eher schlecht und undankbar werden, wenn die mutter ihm das werkzeug dazu in die wiege legt?
Geschrieben von: Michaela, Wiesbaden, D
via: chabad-haus.de



 


Jitro
Ein Fremder in einem vertrauten Land
Eine andere Denkweise
Sind Sie alt genug?
Eine wirksame Torapie
Matan Tora
Die Tora – das g-ttliche Geschenk
Die Tora Schebaal Peh
Ist er gut zu seiner Mutter?
Wessen Tora ist das eigentlich?
Ist G-tt religiös?
Achte auf das Gleichgewicht
Dem Judentum Bedeutung verleihen
Die Zehn Gebote und ihre Tiefere Bedeutung
Respekt vor älteren Geschwistern
Zeigen 8 - 21 von 21