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KommentarKommentar

Erneuerung der Welt


Nach einer Erklärung des Sch'lo ist Chanukka von Einfluss auf die ganze Welt. In seinen Worten: "Chanukka, an dem der Tempel wieder geweiht wurde, weist auf die Erneuerung der Welt hin. Denn die Welt wurde um der Tora und der Einhaltung der Mizwot willen geschaffen. Die Griechen wollten den Juden Tora und Mizwot nehmen. Als die Hasmonäer siegten, siegten Tora und Mizwot, und so wurde damit auch die Welt erneuert..., und so wie die Schöpfung mit den Worten begann 'Es soll Licht sein', ebenso ist die Mizwa von Chanukka mit Lichtern verbunden."

Dazu lässt sich noch erklärend hinzufügen: Obwohl in der Tat alle Mizwot einen Einfluss auf die Welt haben, ist ihre Wirkung nicht immer mit menschlichen Augen zu sehen, oder jedenfalls nicht sofort nach der Ausübung der Mizwa. Zum Beispiel bringt die Mizwa von Zedaka - die doch den Brennpunkt aller Mizwot darstellt - demjenigen, der Wohltätigkeit übt, und seiner Familie die Belohung von Leben und Unterhalt, und sie gibt der Welt ihre Lebenskraft. Doch muss dies nicht unbedingt in der Form von "Ursache und Wirkung" unmittelbar in Erscheinung treten, wie dies zum Beispiel beim Säen und Pflanzen der Fall ist; noch ist es für das menschliche Auge erkennbar oder dem gewöhnlichen Verstand einleuchtend.

So ist es bei jeder Mizwa, durch die das Licht das "Unendlichen" sich über die Welt ergiesst, dem Verse gemäss "Denn eine Mizwa ist eine Kerze, und die Tora ist Licht" (Sprüche Salomons 6, 23); dieses Licht ist für das menschliche Auge nicht sichtbar.

Dagegen wohnt den Mizwot vom Lichterzünden - wie im Tempel oder bei den Schabbat- und Feiertagskerzen zu Hause - der Vorzug inne, dass die Auswirkung dieses Tuns, das Licht, sofort sichtbar ist; noch mehr, es muss für alle im Hause physisch sichtbar sein. Unter diesen letztgenannten Mizwot ist das Zünden der Chanukkalichter einzigartig, indem diese an die Tür des Hauses von außen gestellt werden sollen (oder zumindest an das Fenster), so dass jeder Vorübergehende, auch ein Nichjude, sogleich die Wirkung des Lichtes sieht, das hier die Außenwelt und die Umwelt erhellt. Zudem wird damit draussen schon im voraus erkannt, dass Chanukka gekommen ist und die Juden überall die Dunkelheit der Nacht erleuchten (nachdem das Chanukkalicht nach Eintritt der Nacht gezündet werden muss) und auf diese Weise alle Außenwelt hell machen.

Aus dieser physischen Wirkungskraft der Chanukkalichter lässt sich ihr spiritueller Einfluss ableiten: Das Chanukkalicht hat die spezifische Kraft, die Dunkelheit der spirituellen Außenwelt zu erhellen, nämlich das Galut (Exil) im gewöhnlichen Sinne sowie auch das geistige Galut, wie es im Gebete heißt: "Wegen unserer Sünden sind wir aus unserem Lande vertrieben worden".

So ist es die Aufgabe der Juden, Licht zu verbreiten; und angesichts des gegenwärtigen Zustandes der Welt ist diese Pflicht dringender und wichtiger denn je. Wir müssen alle Chanukkalichter zünden, wir dürfen uns aber nicht auf Chanukka allein verlassen, wenn es sich um die Verbreitung von Licht handelt, sondern wir sind dazu das ganze Jahr hindurch angehalten. Der Aufruf ergeht deshalb hiermit erneut: Verbreitet Licht! Hierzu können, in der Praxis, insbesondere junge, unverheiratete Mädchen beitragen. Das traditionelle Lichterzünden vor Eingang von Schabbat und Feiertagen sei nicht auf die Hausfrau und Mutter beschränkt. Jedes unverheiratete Mädchen, sobald es Wesen und Sinn des Lichterzündens versteht (und das kann schon im Alter von drei Jahren einsetzen), sollte auch jedesmal vor Eingang von Schabbat und Feiertagen Lichter zünden.

Wir wollen alle mithelfen, jeder an seinem Platz, Helligkeit in dieser düsteren Welt zu verbreiten.

Zusammenfassende Übersicht:

Chanukka mit seinen Lichtern weist auf die Erneuerung der ganzen Welt hin. Es ist die Pflicht aller Juden, Licht zu verbreiten und so der düsteren Welt Helligkeit zu geben.

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KommentarKommentar

von Dr. William Stern
Nach den Werken von Rabbi Menachem M. Schneerson. Herausgegeben von der Lubavitch Foundation, London unter dem Titel "Betrachtung für die Woche".

Dr. Stern arbeitete als Lehrer in Manchester, später in London. Er verstarb am ersten Tag von Chanukka im Jahre 5756 (1995). Der Rebbe persönlich beauftragte Dr. Stern Anfang der 1970-iger Jahre mit der Übersetzung der "Thought for the Week" von Rabbi Yitzhak Meir Kagan. Dr. Stern lehnte zunächst mit der Bemerkung ab, dass "Deutschland eine spirituelle Wüste sei". Der Rebbe antwortete ihm: "Aber die Tora wurde in der Wüste gegeben!"

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