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Auf G-ttes Schultern


Wo haben Sie zum letzten Mal gebetet? In einer Synagoge, wo die Wärme der Gemeinde und das Licht der Tora Sie willkommen hießen? Oder in Ihrem vertrauten Heim bei der Familie?

Wenn wir zu G-tt sprechen, sei es während eines G-ttesdienstes oder in einem schlichten Gebet, befinden wir uns oft inmitten der Segnungen, die wir ihm verdanken: der persönlichen Segnungen und der Segnungen unserer Zeit. Für die meisten von uns sind Terror, Krieg und Armut nur schreckliche Vergangenheit.

Nicht so für Jizchak und seinen Sohn Jakob. Sie lebten einfacher und gefährlicher als wir. Was sollen wir also von der Eröffnung des neuen Wochenabschnitts Toldot halten, wo Jizchak zu seinem Sohn sagt: “G-tt gebe dir ...” Der Midrasch kommentiert: “Möge er dir immer wieder geben.”

Was sollte G-tt nach Jizchaks Meinung Jakob geben? Kein schönes Haus, keinen Schrank voller Kleider. Er hoffte auf den fundamentalsten aller Segen und war dankbar dafür: eine spirituelle Einstellung, eine liebevolle Familie, ein Leben unter den Mizwot.

Wir dürfen G-ttes Gaben nicht wie die Aktienbörse betrachten – sie sollten innerhalb der Zeit und der Kultur, in der wir leben, nicht wie Kurse schwanken. Was machte die Juden trotz aller Pogrome so dankbar dafür, Juden zu sein? Wie überlebte das Judentum während der Inquisition? Was hielt die Flamme während des Holocaust am Leben? In solchen Zeiten wäre es für sie bequemer und sogar klüger gewesen, ihre Religion aufzugeben und in der Kultur der Umwelt unterzugehen. Viele taten es auch.

Aber warum hielten so viele andere hartnäckig an ihrem Glauben fest? Sie waren ohne Sicherheit, ohne Nahrung, oft ohne die heiligen Schriften – was dachten diese Menschen, als sie darauf bestanden, Juden zu bleiben?

Und in der Wüste, ohne die Geschichte und das Erbe, das wir heute genießen – wie konnte Jizchak, dessen Vater der erste Jude gewesen war, darauf vertrauen, dass Jakob G-ttes Fülle empfangen würde?

Alles was er hatte, waren edle Gedanken: die Vorstellung von einem G-tt, von den Mizwot als Lebensweise, von einem Beschützer, der dem Frommen unbegrenzte spirituelle Fülle versprach. Das waren die Geschenke – und das war ihm genug.

Diese Geschenke bekommen wir heute noch, und auch heute sind sie für uns genug.

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