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Der Seder von Chajim, dem Lastenträger


Rückblickend auf den Seder, den er gerade beendet hatte, konnte Rabbi Levi Jizchak von Berditschev mit sich zufrieden sein. Er hatte nicht nur alle Gebote und Traditionen genau eingehalten, sondern auch jede einzelne Handlung mit den tiefsten kabbalistischen Gedanken verbunden.

Plötzlich sagte ihm eine Stimme vom Himmel, er solle über seine Errungenschaft nicht stolz sein, in seiner Stadt lebe ein Mann namens Chajim der Lastenträger, dessen Seder habe im Himmel mehr erreicht, als sein eigener.

Rabbi Levi Jizchak wandte sich nun an seine Chassidim und fragte, ob denn jemand einen gewissen Chajim den Lastenträger kenne. Ein Chassid meldete sich, doch auch er konnte nicht sagen, wo dieser wohne. Als Rabbi Levi Jizchak nun zu verstehen gab, dass er sich sehr über einen Besuch dieses Chajims freuen würde, liefen die Chassidim in der ganzen Stadt herum, bis sie dessen Haus fanden.

Zuerst wollte seine Frau ihnen den Zutritt mit der Begründung, er sei betrunken und schlafe verweigern, doch die Chassidim gingen einfach ins Schlafzimmer, weckten den armen Mann und brachten ihn schlaftrunken zum Rebben.

Dieser wandte sich nun an Chajim und fragte: "Sagen Sie mir bitte, haben Sie gestern Nacht nach Chamez gesucht?" Als der Mann bejahte, hakte der Rebbe weiter nach: "Und haben Sie heute auch den Seder gefeiert?"

Beschämt schlug Chajim nun seine Augen nieder und antwortete: "Wissen Sie Herr Rabbiner, da ich wußte, dass ich während ganz Pessach keinen Wodka trinken kann, habe ich heute Morgen genug getrunken, um mich diese acht Tage hindurchzutragen. Dann bin ich eingeschlafen. Natürlich hat mich meine Frau am Abend geweckt und, Sie wissen ja wie das ist, hat mich angefangen zu nudgen, ich solle doch genau wie alle anderen Juden einen Seder halten. Ich habe ihr geantwortet: "Höre, ich weiss nicht was Du von mir willst. Ich bin ein Ignorant, mein Vater war auch einer. Keine Ahnung habe ich, um was es denn eigentlich geht. Das einzige das ich weiss ist, dass unsere Vorväter zwischen den Ägyptern im Exil waren. Aber wir haben einen G-tt, verstehst Du, der uns von dort herausgeholt hat. Nun sind wir wieder im Exil. Aber sicherlich wird er uns auch dieses Mal wieder befreien! Dann habe ich auf dem Tisch Mazzot, Meerrettich und Wein bemerkt, habe diese schnell heruntegeschlungen und bin zurück ins Bett!"

Der Zaddik sagte seinen Chassidim, sie sollten den Mann wieder nach Hause bringen.

Als er gegangen war, erklärte Rabbi Levi Jizchak seinen Schülern: "Der Himmel hat sich mit den einfachen Worten dieses Mannes sehr gefreut. Er hat sie ganz ernst, ohne jegliche Nebenabsichten gesagt und seine Einfachheit war unberührt, denn er weiss wirklich nicht mehr, wie er gesagt hat."

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Leserkommentare
neueste Kommentare:
Geschrieben: Mar 15, 2007
TOll toll weiter so, möge der allmächtige all juden benschen und moshiach senden in seiner unendlichen Chesed
Geschrieben von: Anonym



 


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