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Nicht durch einen Boten


Er war eine Schande für seine Familie, seine Stadt und seinen Rebbe. Ein Rusiner Chassid in Sanok hatte zu trinken begonnen, und seine Familie wusste nicht, was sie tun sollte. Vergebens flehte sie ihn an aufzuhören. Der Mann hatte sich das Laster angewöhnt und konnte und wollte es nicht aufgeben.

Als der Rebbe von diesem schlimmen Vorfall hörte, schickte er einen Boten zu seinem Chassid und bestellte ihn sofort nach Rusin. Der Trunkenbold wagte es nicht, sich zu widersetzen.

Zu seiner Überraschung war der Rebbe nicht wütend, sondern sprach leise, gütig und väterlich mit ihm, so dass er sich seiner selbst schämte. Der Rebbe machte ihm klar, dass er nicht nur seine Familie verletzte und seine Mitbürger in Verlegenheit brachte, sondern auch einen öffentlichen Chillul Haschem auslöste. Der Mann senkte den Kopf. Er wusste, dass alles stimmte. Er war beschämt.

Aber so wollte der Rebbe ihn nicht entlassen. Er hielt ihm freundlich die Hand und nahm ihm das Versprechen ab, sei Bestes zu tun, um sein Laster zu besiegen. „Von nun an“, versprach der Mann, „werde ich nur noch zum Kiddusch und zur Hawdala Wein trinken!“

Ehe er ging, fragte der Chassid: „Rebbe, warum habt Ihr mich zu Euch rufen lassen? Der Bote hätte mir doch sagen können, dass ich aufhören soll zu trinken. Warum wolltet Ihr mich persönlich sehen?“

„Das ist eine sehr gute Frage. Ich nahm mir ein Beispiel an der Tora. Im Wochenabschnitt Schmini wird Aaron der Kohen nur ein einziger Befehl von G–tt selbst erteilt: das Verbot, Wein oder anderen Alkohol zu trinken.

Viele andere Gebote gelten auch für ihn, aber diese übermittelte im sein Bruder Mosche. Wenn ein Mensch angewiesen wird, keinen Wein mehr zu trinken, muss man ihm das von Angesicht zu Angesicht sagen, nicht durch einen Boten.“

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