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Ist jemand zu Hause?!


Eigentlich war Lot ein Versager, obgleich er von seinem Onkel Abraham erzogen worden war.

Lot zog zur korruptesten Stadt der Welt - Sodom - und wählte so für seine Kinder eine G-ttlose Hölle.

Er heiratete eine furchtbare Frau, mit der Lot unglücklich wurde. Sie selbst beendete ihr bitteres Leben damit, dass sie zur einer Salzsäule erstarrte, als sie trotz ausdrücklichem Verbot jener Engel, die ihre Familie aus Sodom gerettet hatten, zurückschaute.

War Lot eine totale Enttäuschung, oder ist etwas von der Erziehung, die er in Abrahams Haushalt miterlebt hatte, hängengeblieben?Später wurde Lot durch Engel von der Apokalypse gerettet und floh in eine Höhle. Dort trank Lot so viel, dass er ohne es zu begreifen, Kinder mit seinen eigenen Töchtern zeugte. Selbst die damals sehr unmoralische Gesellschaft verachtete Lot, so dass sein Onkel Abraham umziehen musste, um nicht Opfer dieser Familienschande zu werden.

Lot war also kein Mensch, den wir auf ein Bier einladen würden.

Aber haben wir etwas vergessen? War Lot eine totale Enttäuschung, oder ist etwas von der Erziehung, die er in Abrahams Haushalt miterlebt hatte, hängengeblieben?

Lasst uns zurückspulen, um Teile von Lots Lebensgeschichte wieder anzuschauen.

Zwei als Menschen verkleidete Engel kommen zum Planeten Erde, um Sodom und die umliegenden Orte zu zerstören. Sie gehen in die Stadt, weil sie erst Abrahams Neffen und seine Familie retten müssen. Aber in dieser unmoralischen Gegend, in der Gäste beleidigt und verletzt werden, will keiner ihnen den Weg zu Lots Haus zeigen.

Glücklicherweise ist Lot gerade an jenem Abend als Stadtmagistrat dafür verantwortlich, dass keine Fremden unbefugt die Stadt Sodom betreten.

Aber Lot war von Abraham und Sara erzogen worden; er wuchs in einem Zelt mit offenen Eingängen nach allen Seiten auf, - einem Zelt, in dem jeder Gast willkommen war.

Seine Erziehung macht sich bei Lot bemerkbar! Obwohl er das meiste Gelernte verworfen hatte, blieb die Gewohnheit der Gastfreundschaft erhalten: Er ließ die Obdachlosen nicht obdachlos!

Als Lehrer, Eltern, Freunde, Berater, Mentoren, und Therapeuten begegnen wir manchmal einem "hoffnungslosen Fall"Also nahm Lot die Fremden mit, - ohne jedoch zu wissen, dass er seine zukünftigen Lebensretter in sein Haus einlud.

Als Lehrer, Eltern, Freunde, Berater, Mentoren, und Therapeuten begegnen wir manchmal einem "hoffnungslosen Fall". Alle aufgewandte Mühe, all unsere Zeit und unser Geld, mit dem wir diesen Menschen verändern wollen, bringen keinen Effekt. "Es ist keiner zu Hause".

Wir fragen uns manchmal, warum wir uns um solch einem "unmöglichen Fall" kümmern, wenn wir stattdessen unsere Zeit in erfolgreiche Fälle stecken könnten?

Fragen Sie Lot.

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von Levi Avtzon
Rabbi Levi Avtzon lebt mit seiner Frau Chaya in Johannesburg, Südafrika. Er veröffentlicht wöchentlich seine Gedanke und Ideen zum Wochenabschnitt, aktuellen und vergangenen Ereignissen.

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