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Bescheidenheit


"Geh bescheiden mit deinem G-tt" Micha 6:8.

Einer der Grundsätze des Judentums ist die Bescheidenheit, die z.B. dadurch zum Ausdruck kommt, wie wir durch die Stadt laufen, mit unseren Mitmenschen umgehen, uns kleiden. Als G-ttes Kinder müssen wir unser Handeln, unsere Kleidung, unser Aussehen gemäss dieser Rolle anpassen und uns voller Bescheidenheit und Würde verhalten.

Zeit und Ort unseres Aufenthalts bestimmen den Charakter einer solchen bescheidenen Kleidung. Doch gilt für Männer und Frauen gleichermaßen der Grundgedanke, sich mit Selbstachtung zu kleiden. Das bedeutet, sich nicht durch Kleidungsstücke zu erniedrigen oder lächerlich zu machen, indem z.B. bestimmte Körperformen übermäßig betont werden. Denn nicht diese sind die wichtigsten Komponenten unserer Persönlichkeit, sondern die Seele mit ihren Charaktereigenschaften und inneren Werten.

Bescheidenheit schafft einen privaten Bereich – einen würdevollen Raum – in dem wir uns zur Unübertroffenheit heraufarbeiten könnenWenn wir aufhören, unnötige Aufmerksamkeit auf unsere äußere Erscheinung zu ziehen, dann kann unser menschlicher Kern - die G-ttliche Seele die sich in jedem von uns befindet – durchschimmern, ungehindert von der flimmernden Neonlampe des äußerlichen Charismas. Bescheidenheit in Kleidung und Betragen erlaubt es uns mit der Welt auf wahrhaft schlagkräftige Weise umzugehen, da unser inneres Selbst in den Vordergrund rückt. Ein Nichthervorheben von Äußerlichkeiten bedeutet absolut kein Verneinen oder Verstecken unserer Selbst. Sondern es erschafft uns einen privaten Bereich – einen würdevollen Raum – in dem wir uns zur Unübertroffenheit heraufarbeiten können, ohne uns darüber zu sorgen, was wohl andere Leute dazu sagen.

Anständige Kleidung gehört sich auch, wenn wir ganz allein in unserer Intimsphäre sind, denn G-tt ist allgegenwärtig.

Es gilt die grundsätzliche Richtlinie, was unter bescheidener Kleidung zu verstehen ist:

  • Keine knapp sitzenden Kleider, die nur dazu bestimmt sind, gewisse Körperteile zu betonen und unnötige Aufmerksamkeit auf die Körperform zu ziehen.
  • erheiratete Frauen sollten ihre Haare verdecken. Der Rabbi von Lubawitsch hat den Damen das Tragen einer Perücke - nicht eines Kopftuches - empfohlen.
  • Auch ist es geltender Brauch, dass Frauen keine Hosen tragen, sondern Röcke, die lang genug sind, um die Knie zu bedecken.
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Illustration von Yehuda Lang. Möchten Sie noch weitere Werke des Künstlers sehen, klicken Sie hier.

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